It’s racism, stupid. Rassismuskritischer Unterricht: Alltragsrassismus in der Schule begegnen
Rassismus ist kein Problem, das sich auf rechtsextreme Akteur*innen oder offen rassistische Äußerungen beschränken lässt. Er kann in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen auftreten, verschiedene Erscheinungsformen annehmen und auch im Alltag ausgrenzend wirken. Dabei werden Menschen aufgrund tatsächlicher oder zugeschriebener Merkmale unterschiedlich bewertet und behandelt und damit Vorstellungen von Gleichwertigkeit und gleichen Teilhabechancen infrage gestellt.
Schulen kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Sie sind nicht nur Orte der Wissensvermittlung, sondern vermitteln Werte, gestalten den Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt und beeinflussen Bildungs- und Teilhabechancen. Gleichzeitig sind auch Schulen nicht frei von gesellschaftlichen Vorurteilen und Diskriminierungsrisiken. Rassismus kann im Unterricht ebenso eine Rolle spielen wie auf dem Schulhof, im Lehrer*innenzimmer oder in der Kommunikation mit Eltern.
Die Fortbildung verbindet deshalb die Vermittlung grundlegenden Wissens über unterschiedliche Facetten von Rassismus mit der Reflexion des eigenen schulischen Alltags. Gemeinsam wird der Frage nachgegangen, wo Diskriminierungsrisiken entstehen können, welche Rolle pädagogische Fachkräfte und schulische Strukturen dabei spielen und wie Schule einen aktiven Beitrag gegen Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Abwertung leisten kann.
Einen Schwerpunkt bildet die praktische Auseinandersetzung mit konkreten Handlungsmöglichkeiten. Dazu werden zum einen in einem Argumentationstraining gegen Rassismus typische Situationen und Aussagen aufgegriffen und unterschiedliche Reaktions- und Gesprächsstrategien erprobt. Zum anderen richten wir unter der Überschrift „Scrollen in die Radikalisierung“ den Blick auf soziale Medien: Welchen rassistischen und antidemokratischen Narrativen begegnen junge Menschen dort? Wie funktionieren entsprechende Ansprachen und welche Möglichkeiten haben Schule und pädagogische Fachkräfte, solche Inhalte aufzugreifen und gemeinsam mit Schüler*innen zu bearbeiten?
Kurze fachliche Inputs wechseln sich mit Diskussionen, Fallbeispielen, praktischen Übungen und kollegialem Austausch ab. Die Erfahrungen und das Wissen der Teilnehmer*innen aus dem Schulalltag spielen dabei eine zentrale Rolle. Ziel der Fortbildung ist es, die Wahrnehmung für unterschiedliche Erscheinungsformen von Rassismus zu schärfen und die Teilnehmer*innen darin zu stärken, in konkreten Situationen sicher zu handeln sowie rassismuskritisches Engagement als Querschnittsaufgabe von Schule zu verstehen.