24.08.2026

Verbesserung muss messbar sein

Prof. Dr.-Ing. Patrick Pötters über Lean Six Sigma, hybride Weiterbildungsformate und den Weg vom Wissen zur Umsetzung

Prozesse effizienter gestalten, Qualität sichern, Verschwendung reduzieren und gleichzeitig Kosten und Durchlaufzeiten im Blick behalten: Unternehmen stehen heute unter einem hohen Veränderungs- und Optimierungsdruck. Projektleiter:innen übernehmen dabei eine Schlüsselrolle. Sie müssen Verbesserungspotenziale erkennen, Teams durch Veränderungsprozesse führen und vor allem eines sicherstellen: Aus guten Absichten müssen messbare Ergebnisse werden.

Genau hier setzt Lean Six Sigma an. Die Verbindung aus Lean Management und Six Sigma bietet einen strukturierten Ansatz, um Prozesse systematisch zu analysieren, Ursachen zu identifizieren und Verbesserungen nachhaltig umzusetzen. Doch moderne Projektarbeit stellt nicht nur fachliche Anforderungen. Auch die Art und Weise, wie Weiterbildung in den beruflichen Alltag integriert wird, gewinnt an Bedeutung.

Darüber haben wir mit Prof. Dr.-Ing. Patrick Pötters, wissenschaftlichem Kursleiter des Zertifikatskurses „Lean Six Sigma Green Belt – hybrid“, gesprochen. Er gestaltete den Kurs maßgeblich mit und verbindet wissenschaftliche Fundierung mit konkreter Anwendung in der beruflichen Praxis.

  1. Warum sind Lean Six Sigma und systematische Prozessverbesserung für Projektleiter:innen heute so relevant?

Prof. Dr.-Ing. Patrick Pötters:
Projektleiter:innen stehen heute häufig vor der Herausforderung, komplexe Prozesse in kurzer Zeit zu verbessern – und das unter Bedingungen, in denen Ressourcen knapp und Anforderungen hoch sind. Intuition und Erfahrung sind dabei wichtig, reichen aber nicht immer aus.

Lean Six Sigma schafft eine strukturierte Vorgehensweise, auch in KI-Zeiten ist dies ein MUSS. Statt lediglich Symptome zu bekämpfen, geht es darum, Prozesse zunächst genau zu verstehen, Daten zu analysieren und die tatsächlichen Ursachen von Problemen zu identifizieren. Dadurch können Verbesserungsmaßnahmen gezielt entwickelt und ihre Wirkung anschließend überprüft werden. (LEAN Six Sigma Green Belt – hybrid)

Für Projektleiter:innen ist das besonders wertvoll: Sie erhalten eine methodische Grundlage, um Verbesserungsprojekte nachvollziehbar zu planen, zu steuern und anhand messbarer Ergebnisse zu bewerten. Genau diese Fähigkeit wird in vielen Unternehmen zunehmend erwartet.

  1. Was muss ein:e erfolgreiche Green-Belt heute können?

Prof. Dr.-Ing. Patrick Pötters:
Ein Green Belt muss mehr können, als einzelne Lean- oder Six-Sigma-Methoden anzuwenden. Entscheidend ist, den gesamten Verbesserungsprozess zu beherrschen und unterschiedliche Werkzeuge zielgerichtet miteinander zu verbinden.

Im Zentrum steht deshalb der DMAIC-Ansatz – Define, Measure, Analyze, Improve und Control. Die Teilnehmenden lernen, Probleme strukturiert zu definieren, Prozesse und Daten zu analysieren, Ursachen zu ermitteln, Verbesserungen zu entwickeln und die erzielten Ergebnisse nachhaltig abzusichern.

Gleichzeitig ist Projektarbeit immer Teamarbeit. Projektleiter:innen müssen unterschiedliche Interessen zusammenbringen, Veränderungen kommunizieren und Beteiligte für die gemeinsame Lösung gewinnen. Methodische Kompetenz und soziale Kompetenz gehören deshalb untrennbar zusammen. (LEAN Six Sigma Green Belt – hybrid)

  1. Was bringt die hybride Durchführung des Kurses für die Teilnehmer:innen?

Prof. Dr.-Ing. Patrick Pötters:
Die hybride Durchführung ist eine besondere Stärke des Kurses, weil sie zwei Vorteile miteinander verbindet: persönlichen Austausch und zeitliche Flexibilität.

Bestimmte Inhalte profitieren ganz klar von der direkten Zusammenarbeit, von Diskussionen und dem gemeinsamen Bearbeiten von Aufgaben. Gleichzeitig ermöglicht das hybride Format, Teile der Weiterbildung ortsunabhängig in den beruflichen Alltag zu integrieren.

Gerade für Berufstätige ist das entscheidend. Weiterbildung darf nicht zum zusätzlichen Organisationsproblem werden. Ein modernes Weiterbildungsformat sollte sich möglichst gut mit beruflichen Verpflichtungen vereinbaren lassen – ohne dabei auf Interaktion und Praxisnähe zu verzichten.

Die hybride Struktur schafft dafür aus meiner Sicht einen sehr guten Rahmen: Präsenz und digitales Lernen werden nicht als Gegensätze verstanden, sondern dort eingesetzt, wo sie jeweils ihre Stärken ausspielen können. (LEAN Six Sigma Green Belt – hybrid)

  1. Warum ist das im Kurs enthaltene Praxisprojekt ein so wichtiger Bestandteil?

Prof. Dr.-Ing. Patrick Pötters:
Weil Methoden erst dann wirklich wertvoll werden, wenn man sie auf eine konkrete Herausforderung anwenden kann.

Deshalb ist das Praxisprojekt bereits im Kurspreis enthalten. Die Teilnehmer:innen arbeiten während der Weiterbildung an einem eigenen Verbesserungsprojekt und übertragen die vermittelten Inhalte unmittelbar auf eine reale Fragestellung aus ihrem beruflichen Umfeld.

Das hat einen doppelten Vorteil: Zum einen entsteht ein unmittelbarer Praxistransfer. Zum anderen können die Teilnehmer:innen am konkreten Projekt erleben, wie sich die einzelnen Lean-Six-Sigma-Methoden zu einem strukturierten Vorgehen verbinden.

Damit bleibt es nicht bei einem Zertifikat und theoretischem Wissen. Im Idealfall entsteht bereits während der Weiterbildung ein konkreter Mehrwert für das eigene Unternehmen – beispielsweise durch messbare Prozessverbesserungen, reduzierte Verschwendung oder eine höhere Prozessqualität. (LEAN Six Sigma Green Belt – hybrid)

  1. Was zeichnet einen erfolgreichen Projektleiter im Zeitalter kontinuierlicher Verbesserung aus?

Prof. Dr.-Ing. Patrick Pötters:
Erfolgreiche Projektleiter:innen brauchen heute vor allem die Fähigkeit, komplexe Herausforderungen strukturiert anzugehen und Veränderungen tatsächlich umzusetzen. Sie müssen Daten verstehen, Prozesse analysieren, Entscheidungen begründen und gleichzeitig Menschen mitnehmen können.

Genau darauf ist der Green-Belt-Lehrgang ausgerichtet. Die Teilnehmer:innen erwerben einen systematischen Werkzeugkasten für Verbesserungsprojekte und lernen, diesen anhand eines eigenen Praxisprojekts anzuwenden. Gleichzeitig entwickeln sie ihre Fähigkeit weiter, Projekte zielorientiert zu strukturieren und Veränderungen nachhaltig abzusichern.

Für mich ist deshalb die Verbindung aus Lean-Six-Sigma-Methodik, Projektmanagement, Praxisanwendung und einem zeitgemäßen hybriden Lernformat entscheidend. Wer Verbesserungsprojekte im Unternehmen erfolgreich leiten möchte, braucht nicht nur Methodenwissen, sondern die Fähigkeit, dieses Wissen in konkrete Ergebnisse zu übersetzen.

Genau hier setzt der Zertifikatskurs „Lean Six Sigma Green Belt – hybrid“ an. Die berufsbegleitende Weiterbildung der Akademie der Ruhr-Universität verbindet zwei Präsenzmodule mit E-Learning und einem begleiteten Praxisprojekt und schließt mit dem standardkonformen Green-Belt-Kompetenzzertifikat ab.

Des Weiteren vernküpfe ich auch Technologieeinsatz und KI in der Improve-Phase, welche ich erforsche

Der nächste Kurs startet mit einem Online-Kick-off / Info-Sprechstunde am 5. Oktober 2026.

Mehr zum Zertifikatskurs „LEAN Six Sigma Green Belt – hybrid“

 

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