Digitalpakt Schule
22.03.2025

Der Digitalpakt Schule: Chancen und Mehrwerte für die digitale Bildung 

Die Digitalisierung hat die Bildungslandschaft nachhaltig verändert. Um Schulen fit für das digitale Zeitalter zu machen, hat die Bundesregierung den Digitalpakt Schule ins Leben gerufen. Doch welche Ziele verfolgt der Digitalpakt Schule genau? Was wird gefördert, und welche zusätzlichen Angebote gibt es für Schulen, um die digitale Transformation sinnvoll zu gestalten? 

Was hat der Digitalpakt Schule für Ziele? 

Der Digitalpakt Schule wurde ins Leben gerufen, um die IT-Infrastruktur an Schulen bundesweit zu verbessern. Konkret geht es darum: 

  • Schulen mit moderner digitaler Technik auszustatten, 
  • digitale Lehr- und Lernkonzepte zu fördern, 
  • Lehrkräfte in ihrer Medienkompetenz zu stärken und fortzubilden, 
  • für mehr Bildungsgerechtigkeit durch digitale Angebote zu sorgen. 

Der Digitalpakt Schule unterstützt Schulen dabei, nicht nur technische Ressourcen bereitzustellen, sondern auch neue didaktische Konzepte in den Unterricht zu integrieren. 

Was wird gefördert? 

Die finanziellen Mittel aus dem Digitalpakt Schule können für verschiedene Maßnahmen genutzt werden. Dazu zählen unter anderem: 

  • Der Ausbau von WLAN und Netzwerkinfrastruktur an Schulen, 
  • die Anschaffung von digitalen Endgeräten wie Tablets oder interaktiven Whiteboards, 
  • die Entwicklung und Umsetzung digitaler Lehrpläne, 
  • die Fortbildung von Lehrkräften im Bereich digitale Bildung. 

Schulen haben die Möglichkeit, auf Antrag Fördermittel zu erhalten, um ihre individuelle digitale Infrastruktur auszubauen. 

Der Mehrwert digitaler Medien im Unterricht 

Digitale Medien bieten zahlreiche Vorteile für den Schulalltag. Sie ermöglichen einen interaktiven und multimedialen Unterricht, der unterschiedliche Lerntypen anspricht und den Zugang zu Wissen erleichtert. Durch adaptive Lernprogramme können Schüler*innen individuell gefördert werden, während Lehrkräfte gezielt auf Lernfortschritte eingehen können. 

Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz von Lern-Apps wie ANTON oder Kahoot, die durch Gamification-Elemente das Lernen spielerisch und motivierend gestalten. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung (2021) zeigt, dass der Einsatz digitaler Lernplattformen die Selbstständigkeit und Motivation der Schüler*innen steigert. 

Darüber hinaus fördern digitale Medien die Medienkompetenz der Schülerinnen, eine essenzielle Fähigkeit in der heutigen Informationsgesellschaft. Der Einsatz von Lern-Apps, Online-Plattformen und OER-Materialien kann das Lernen anschaulicher gestalten und die Motivation steigern. Gleichzeitig unterstützen digitale Tools die Zusammenarbeit und Kommunikation, sowohl zwischen Schülerinnen als auch zwischen Lehrkräften und Eltern. 

Zusatzangebote: Das Schulsiegel für sprachsensiblen und kultursensiblen Unterricht 

Fachliches und sprachliches Lernen sind untrennbar miteinander verbunden, bedingen sich gegenseitig und bilden gemeinsam eine Voraussetzung für Bildungserfolg! 

Fachspezifische bildungssprachliche Kompetenzen in Deutsch sind eine Voraussetzung für erfolgreiches Lernen, weshalb der Unterricht in jedem Fach dazu beitragen kann, die bildungssprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu fördern. Der sprachsensible Fachunterricht hilft ihnen dabei, sprachliche Hürden zu überwinden, damit sie fachliche Lernziele leichter erreichen. 

In über 30 Fortbildungsangeboten aus den unterschiedlichen Fachbereichen (wie den Naturwissenschaften, den Gesellschaftswissenschaften, Musik, Religion, Fremdsprachen, Sport u.v.w.m.) erhalten Lehrkräfte wichtige Werkzeuge, um sprachlicher, kultureller und religiöser Vielfalt im Klassenzimmer professionell und ressourcenorientiert zu begegnen. Von „A“ wie Alphabetisierung, „B“ wie Biologie, „C“ wie Chemie, „D“ wie Deutsch, „E“ wie Englisch über „F“ wie Sprachförderung im Fachunterricht und „M“ wie den Mathematikunterricht sprachsensibel gestalten, Mehrsprachigkeit im Klassenraum als Chance nutzen und Schreibförderung oder mündliche Kommunikation im Beruf für die berufsbildende Schule. Somit werden alle Schüler:innen bedarfsgerecht gefördert. 

Ziel ist es, Lehrkräfte dabei zu unterstützen, einen Unterricht zu gestalten, der die sprachlichen und kulturellen Hintergründe der Schüler*innen berücksichtigt. Gerade in Zeiten der Digitalisierung ist es essenziell, dass digitale Bildungsangebote auch inklusiv und diversitätssensibel gestaltet werden. 

Warum sprachsensibler Unterricht immer wichtiger wird 

Die Heterogenität in Klassenzimmern hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Immer mehr Schülerinnen bringen unterschiedliche sprachliche Hintergründe mit, was eine Herausforderung, aber auch eine Chance für den Unterricht darstellt. Sprachsensibler Unterricht sorgt dafür, dass alle Schülerinnen, unabhängig von ihrer Erstsprache, die gleichen Lernchancen erhalten. 

Ein Beispiel ist das Konzept der Scaffolding-Methode, das sprachliche Unterstützung bietet, indem es komplexe Texte vereinfacht und schrittweise Hilfestellungen gibt. Laut einer Studie des Instituts für deutsche Sprache (IDS, 2020) verbessert dies nachweislich das Textverständnis und die aktive Sprachproduktion der Schüler*innen. 

Ein sprachsensibler Ansatz hilft dabei, Bildungsgerechtigkeit zu fördern und Sprachbarrieren abzubauen. Durch gezielte Sprachförderung können Fachinhalte besser verstanden und nachhaltiger gelernt werden. Besonders im Zuge der Digitalisierung ist es wichtig, dass Lehrkräfte nicht nur digitale, sondern auch sprachsensible Methoden in ihren Unterricht integrieren, um eine effektive und inklusive Lernumgebung zu schaffen. 

Das BMBF-Projekt POET: Transformation hin zu mehr Digitalität im Unterricht

Ein weiteres wichtiges Projekt in diesem Zusammenhang ist das POET-Projekt (Prozess- und Organisationsbegleitung von Schulträgern auf dem Weg zur OER-Integration). Hier werden innovative Ansätze entwickelt, um Schulträger bei den Herausforderungen der Transformation hin zu mehr Digitalität gezielt zu unterstützen und spezifische Weiterbildung zu konzipieren. Digitale Medien, wie OER-Lernmaterialien spielen dabei eine zentrale Rolle, um den Unterricht und die Lehrkräfte mit passgenauen Materialien und Methoden zu unterstützen. 

Ziel des wissenschaftlichen Verbundprojekts POET ist der adaptive Aufbau von Change-Management-Kompetenzen bei Schulträgern und ihren kooperierenden Organisationen, darunter Schulen und Schulaufsicht. Das Projekt POET soll maßgeblich dazu beitragen, den Veränderungsprozess hin zu einer Kultur der Digitalität im Schulsystem mit dem Fokus auf den flächendeckenden Einsatz von OER-Materialien effizient, effektiv und nachhaltig zu gestalten. Schulträger sollen dazu befähigt werden, aktiv Veränderungsprozesse im Einklang mit administrativen Anforderungen der Schulaufsicht, den didaktischen Qualitätsmerkmalen an Schulen sowie dem jeweiligen Reifegrad der Umsetzung der OER-Strategie in ihrem Zuständigkeitsbereich zu initiieren und durchzuführen. 

Von diesem Projekt profitiert auch der Unterricht an Schulen, da POET dazu beiträgt, eine OER-freundliche technische Infrastruktur zu etablieren, die mit pädagogisch-didaktischen Anforderungen an der jeweiligen Schule kompatibel ist. 

Fazit 

Der Digitalpakt Schule bietet eine große Chance, Schulen fit für das digitale Zeitalter zu machen. Neben der Verbesserung der IT-Infrastruktur ist es jedoch ebenso wichtig, gezielte didaktische Konzepte zu entwickeln, die allen Schüler*innen gerechte Bildungschancen ermöglichen. Durch Initiativen wie das Schulsiegel für sprachsensiblen und kultursensiblen Unterricht sowie das POET-Projekt wird sichergestellt, dass digitale Bildung auch inklusiv und diversitätssensibel gestaltet wird. 

Schulen, die sich aktiv um Fördermittel und begleitende Programme bemühen, profitieren langfristig von einer nachhaltigen digitalen Transformation. 

 

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